Ratgeber

So wirken Schmerztabletten schneller

Anna Sandner
3.11.2023

Wie schnell eine Tablette wirkt, kannst du ganz einfach selbst beeinflussen. Mit diesem Trick kommt die ersehnte Schmerzlinderung bis zu zehnmal schneller.

Wenn du eine Tablette gegen Schmerzen nimmst, hat der Wirkstoff zunächst ein ganzes Stück Weg vor sich, bis das Signal zur Schmerzlinderung in deinem Gehirn ankommt. Die Tablette gelangt zuerst in den Magen, von dort in den Darm. Im Zwölffingerdarm geht der Wirkstoff dann ins Blut über. Schließlich wird das schmerzauslösende Signal im Gehirn gestoppt. Das Ganze kann – wenn es ungünstig läuft – bis zu 100 Minuten dauern. Über eineinhalb Stunden also, in denen du die Schmerzen weiter aushalten musst, obwohl du schon eine Tablette genommen hast.

Auf die Lage kommt es an: Rechte Seite für eine schnelle Wirkung

Du kannst den Prozess aber mit einem einfachen Trick extrem verkürzen. Das zeigten Forschende der Johns-Hopkins-Universität. Es kommt auf deine Körperhaltung an. Grund dafür ist die Form deines Magens: Auf der rechten Körperseite ist der Abstand von der Speiseröhre zum Darmeingang erheblich kürzer als auf der linken Seite. Wenn du dich nun auf die rechte Seite legst, nachdem du eine Tablette genommen hast, gelangt der Wirkstoff auf dem kürzeren Weg in den Darm und kann dort ins Blut aufgenommen werden und so seine Wirkung entfalten.

Liegst du hingegen auf der linken Seite, muss die Tablette den langen Weg durch den Magen nehmen und die Wirkung lässt auf sich warten. In ihrer Studie konnten die Forschenden sogar eine bis zu zehnfache Beschleunigung der Wirkung feststellen.

Durch die asymmetrische Form des Magens, die Wirkung der Schwerkraft und die Magenbewegungen gelangen Wirkstoffe je nach Körperhaltung unterschiedlich schnell in den Darm und damit ins Blut.
Durch die asymmetrische Form des Magens, die Wirkung der Schwerkraft und die Magenbewegungen gelangen Wirkstoffe je nach Körperhaltung unterschiedlich schnell in den Darm und damit ins Blut.
Quelle: Khamar Hopkins/Johns Hopkins University

Manchmal ist aber genau das Gegenteil erwünscht: Retardtabletten sollen ihre Wirkung möglichst lange entfalten, also langsam wirken. Hier ist es dann sinnvoll, sich auf die linke Seite zu legen. Damit gelangt der Wirkstoff ganz langsam ins Blut.

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Tabletten nicht auf nüchternen Magen nehmen

Übrigens: Auch ein leerer Magen würde die Wirkung beschleunigen, wenn sich der Wirkstoff nicht erst durch den zerkauten Nahrungsbrei kämpfen muss. Trotzdem ist es nicht zu empfehlen, Tabletten auf komplett nüchternen Magen zu nehmen, da viele Wirkstoffe die Magenschleimhäute angreifen können. Dann bekämpfst du im Zweifel deine Kopfschmerzen zum Preis von Magenschmerzen und hast wenig gewonnen. Deshalb lautet der Rat von Ärzten und Ärztinnen oft: Tabletten zu den Mahlzeiten nehmen. Dann ist dein Magen noch nicht total voll und trotzdem kann der Wirkstoff deine Magenschleimhäute nicht schädigen. Eine Ausnahme sind Tabletten, bei denen die Einnahme auf nüchternen Magen explizit vorgesehen ist. Außerdem hilft Flüssigkeit bei der Aufnahme. Spüle deswegen Tabletten immer mit einem Glas Wasser herunter.

Titelfoto: Karolina Grabowska/Pexels

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