Hintergrund

Unser zweites Testsetup: The Poor Man’s Testbench

Kevin Hofer
15.5.2020

Neue Hardware zu testen kostet Zeit – viel Zeit. Wenn gleich mehrere Produkte lanciert werden und diese mit Vorgängern verglichen werden sollen, ist der Zeitaufwand umso grösser. Bei digitec haben wir aktuell nur eine Testbench. Schnell muss eine Zweite her.

Dank eurem Rat habe ich die Testmethodik von Prozessoren und Grafikkarten stetig angepasst. Bisher habe ich alle Reviews auf dem Benchtable mit Ryzen 9 3900X und Asus-Mainboard gemacht. Doch jetzt steht der Launch der zehnten Generation von Intels Chips an. Also teste ich die alten sowie die neuen Prozessoren mit der neuen Methodik, um vergleichbare Resultate zu erhalten. Thingiverse und mein 3D-Drucker eilen zur Hilfe.

The Poor Man’s Testbench

Als CAD-Einsteiger mache ich mich nicht gleich ans Werk, um meine eigene Testbench zu designen, sondern sehe mich zuerst bei Thinigverse – einer offenen Datenbank für CAD-Dateien – um. Ich werde gleich auf Anhieb fündig: «the poor man's computer testbench», wie deren Schöpfer Romanizer das Ding nennt, erfüllt meine Anforderungen:

  • Einfach und schnell zu bauen
  • Klein, da ich zurzeit im Homeoffice teste
  • Durchdacht

Die Testbench wird aus Teilen aus dem 3D-Drucker und Holz zusammengebaut. Auf der Holz-Grundplatte wird das Mainboard auf drei 3D gedruckten Halterungen befestigt. Das Netzteil wird unter der Grundplatte angebracht. Dazu muss ich eine Halterung drucken, an der nebst dem Netzteil je ein 2.5- und 3.5-Laufwerk Platz haben. Das Netzteil wird dann zwischen diese Halterung und eine Seitenplatte aus Holz geklemmt. Neben den zwei zugeschnittenen Holzplatten und den sechs Teilen aus dem Drucker braucht’s acht Schrauben, um alles miteinander zu verbinden.

Drucken und schrauben

Die Anleitung von Romanizer ist genial. Währenddem ich die Teile meinem Drucker in Auftrag gebe, lasse ich mir im Baumarkt das Holz zuschneiden. Das Drucken dauert etwa zwölf Stunden, das Holz kann ich einen Tag später abholen. Schrauben habe ich noch zuhause.

Innerhalb von zehn Minuten habe ich die Testbench zusammengeschraubt und bin parat fürs Testen. Das geht so einfach, wieso soll ich mir da noch einen zweiten, «richtigen» Benchtable holen? Ich habe zuhause, wo ich zurzeit teste, wenig Platz, da kommt mir die grösse der Poor Man’s Testbench entgegen.

Klar, ich kann keine AIO oder Custom-Wasserkühlung an der Poor Man’s Testbench befestigen. Aber an meiner bestehenden Testbench ist das auf beiden Seiten möglich. Ich könnte also einfach dort eine AIO anbringen und diese am selben Ort mit der DIY-Testbench verbinden. Das Teil ist die optimale Ergänzung für das bestehende Setup. So kann ich noch schneller und leichter die Komponenten austauschen.

Das tue ich jetzt auch. Nämlich Chips der zehnten Intel-Core-Generation auf dem MSI MPG Z490 Gaming Edge Wifi Mainboard und der neuen Testbench. Was die Dinger leisten, liest du nächste Woche.

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