Produkttest

Samsung Galaxy Z Flip 5 im Test: leistungsstarker Falter

Das Galaxy Z Flip 5 ist endlich bündig zuklappbar und hat neu ein grosses Aussendisplay. Seine starke Performance ist über jeden Zweifel erhaben, aber ich bin nicht restlos zufrieden.

Die sichtbarste Veränderung des Galaxy Z Flip 5 ist das grosse Aussendisplay mit 3,4 Zoll Grösse. Damit lässt sich einiges mehr anzeigen als beim Vorgängermodell mit 1,9 Zoll. Dass es sich nun auch bündig schliessen lässt, ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Über den Falz könnte Samsung allerdings nochmals drüber bügeln.

Apple iPhone 16 Pro (256 GB, Black Titanium, 6.30", SIM + eSIM, 48 Mpx, 5G)
EUR1212,–

Apple iPhone 16 Pro

256 GB, Black Titanium, 6.30", SIM + eSIM, 48 Mpx, 5G

Apple iPhone 16 Pro (256 GB, Black Titanium, 6.30", SIM + eSIM, 48 Mpx, 5G)
Smartphone
EUR1212,–

Apple iPhone 16 Pro

256 GB, Black Titanium, 6.30", SIM + eSIM, 48 Mpx, 5G

Design: Aussendisplay und Klappmechanismus verbessert

Zugeklappt ist das Samsung Galaxy Z Flip 5 recht handlich, aber für mich ein bisschen zu breit. Ein AMOLED-Display mit Touchfunktion ziert die Aussenseite über nahezu die ganze Fläche. Beim Vorgänger war es nur ein schmaler Streifen. Nun swipe ich durch Kalender, Wetter und Anrufliste auf 3,4 Zoll.

Auf dem AMOLED-Aussendisplay sehe ich nun alles schön gross.
Auf dem AMOLED-Aussendisplay sehe ich nun alles schön gross.
Quelle: Michelle Brändle

Praktisch ist das Aussendisplay noch für einiges mehr. Beispielsweise für Selfies mit der Hauptkamera. Bekomme ich eine Textnachricht, kann ich auf diese direkt antworten. Beim Öffnen der Nachricht erscheint dafür eine Tastatur. Mit meinen kleinen Fingern lässt sich diese gut bedienen. Cool ist auch das Widget, wenn ich Musik auf Spotify höre. Dann sieht das Phone dank Aussendisplay aus wie ein kleiner MP3-Player.

Mit den Backstreet Boys und einem Klapphandy fühle ich mich fast wie in den 2000ern.
Mit den Backstreet Boys und einem Klapphandy fühle ich mich fast wie in den 2000ern.
Quelle: Michelle Brändle
Meine Nachrichten schreibe ich allerdings ganz modern auf dem Aussendisplay.
Meine Nachrichten schreibe ich allerdings ganz modern auf dem Aussendisplay.
Quelle: Michelle Brändle

Die Anzahl der Widgets ist erweiterbar – aber nicht endlos. Derzeit stehen beispielsweise Google Maps, Messenger, Netflix und Youtube zur Auswahl. Samsung will laufend weitere Apps für das Flip anpassen. Willst du darauf nicht warten, kannst du es auch mit einem Launcher experimentieren. Das von mir getestete «Instagram» und «Pokemon Go» passen sich aber leider nicht ins quadratische Format ein und werden abgeschnitten.

Viele Apps funktionieren auch mit einem Launcher auf dem Aussendisplay. Instagram ist noch etwas unübersichtlich.
Viele Apps funktionieren auch mit einem Launcher auf dem Aussendisplay. Instagram ist noch etwas unübersichtlich.
Quelle: Michelle Brändle

Eine weitere wichtige Neuerung des Flip 5 ist das Scharnier. Samsung hat es mit dieser Generation geschafft, dass sich seine Foldables bündig schliessen lassen. Was dem Faltmechanismus zugute kommt, drückt allerdings auf den Falz. Dieser ist ziemlich markant spür- und sichtbar. Dafür ist es, wie auch der Vorgänger, wasserdicht nach IPX8. Damit übersteht es unbeschadet 30 Minuten in 1,5 Meter tiefem Süsswasser.

Das Galaxy Z Flip 5 lässt sich zwar nun bündig schliessen...
Das Galaxy Z Flip 5 lässt sich zwar nun bündig schliessen...
Quelle: Michelle Brändle
...der Falz des Foldables ist aber markant.
...der Falz des Foldables ist aber markant.
Quelle: Michelle Brändle

Wenn ich die Falz ignoriere, punktet das Samsung Galaxy Z Flip 5 auch innen mit einem 6,7 Zoll grossen AMOLED-Display. Das kommt mit starken Kontrasten und dunklem Schwarz daher. Es hat eine Auflösung von 1080 × 2640 Pixeln. Das Flip 5 misst aufgeklappt 71,9 × 165 × 6,9 Millimeter. Damit befindet es sich im üblichen Rahmen aktueller Smartphones in der klassischen Barrenform. Das kleine Foldable wiegt 187 Gramm. Das ist angenehm leicht. Leider kann ich es nicht einhändig aufklappen. Das Scharnier gleitet nicht nicht ganz so elegant auf.

Hardware stärker als die Konkurrenz

Der verbaute Snapdragon 8 Gen 2 ist auf Samsung-Geräte angepasst und kommt bereits in der Galaxy S23-Serie zum Einsatz. Der Performace-Rechenkern ist etwas höher getaktet als beim regulären Chipsatz. Das zahlt sich hauptsächlich bei Benchmarks aus. Hier ein Vergleich mit den beiden Klapphandys Oppo Find N2 Flip (fehlt beim GPU-Vergleich) und Motorola Razr Edge 40 Ultra. Weil die Foldables den Ruf haben, etwas hinter den Flagships zurückzufallen, kommt auch das Samsung Galaxy S23 Ultra mit in den Vergleich.

Der aktuelle Flagship-SoC (System-on-a-Chip) kommt dem Z Flip 5 zugute: Es schlägt die Konkurrenz im Single- und Multi-Core-Test bei Geekbench 6. Das zeigt sich in der Alltags-Performance durch schnelles Laden von Apps und einer generell flüssigen Bedienung. Sogar wenn ich mehrere Apps gleichzeitig offen habe. Auch die GPU ist leistungsstark. Das Flip wird beim Zocken allerdings warm und drosselt dann etwas herunter. Einschränkungen habe ich dadurch aber nicht erlebt.

Mit acht Gigabyte RAM und 256 oder 512 Gigabyte internem Speicher bist du gut bedient. Nutzen kannst du das Phone mit einer SIM-Karte plus eSIM. Mit dabei ist eine 3700-mAh-Batterie, die im Vergleich mit anderen aktuellen Smartphones klein ausfällt.. Mit rund 12 Stunden Akkulaufzeit (davon vier bis fünf Stunden Screentime) komme ich aber über den Tag. Das ist nicht überragend, reicht aber. Wieder aufgeladen ist das Flip 5 mit meinem 25-Watt Netzteil in etwa 1,5 Stunden. Im Lieferumfang ist kein Ladegerät dabei.

Kameras erbringen keine Meisterleistung

Das kompakte Galaxy Z Flip 5 besitzt eine Haupt- und eine Ultraweitwinkelkamera. Wie beim Vorgängermodell haben die Kameras je eine Auflösung von 12 Megapixel, unterscheiden sich aber bei der Blende: f/1.8 und f/2.2. Die Selfiekamera auf der Innenseite liefert Bilder mit 10 Megapixeln. Der Fokus liegt auf der Hauptkamera: Diese lässt sich dank Aussendisplay super für Selfies nutzen. Und mit dem Klappmechanismus stelle ich das Phone problemlos für Gruppenfotos auf.

Das Flip 5 lässt sich für Fotos einfach hinstellen.
Das Flip 5 lässt sich für Fotos einfach hinstellen.
Quelle: Michelle Brändle

Generell legt Samsungs Software knallige Farben über die Fotos und schärft sie ziemlich stark nach. Das kann gefallen, mir ist es etwas zu viel. Mit hellen Flächen hat das Flip 5 etwas Mühe und stellt die Motive dann sehr flach dar. Mach dir aber gerne selbst ein Bild.

Mit der Hauptkamera lassen sich tolle Fotos schiessen, mir sind die Farben aber zu kräftig und das Bild überschärft.
Mit der Hauptkamera lassen sich tolle Fotos schiessen, mir sind die Farben aber zu kräftig und das Bild überschärft.
Quelle: Michelle Brändle
Mit hellen Stellen hat das Flip Mühe.
Mit hellen Stellen hat das Flip Mühe.
Quelle: Michelle Brändle

Die Ultraweitwinkel-Kamera bietet die gleiche Qualität wie die Hauptkamera. Damit bekomme ich auch lange Graffiti-Wände auf einen Shot. Hier sind die knalligen Farben passend. Und der hohe Kontrast zwischen Sonne und Schatten ist für die Kamera ebenfalls kein Problem

Bei einem Graffiti passen knallige Farben gut.
Bei einem Graffiti passen knallige Farben gut.
Quelle: Michelle Brändle
Und mit der Weitwinkelkamera passt auch gleich die ganze Wand drauf.
Und mit der Weitwinkelkamera passt auch gleich die ganze Wand drauf.
Quelle: Michelle Brändle

Selfies fallen ebenfalls in die gleiche Schublade, weil ich dafür die Hauptkamera verwenden kann. Der Porträtmodus hat Mühe mit meinen Haaren und stellt die Blätter links von mir scharf dar, obwohl sie weiter weg wären. Das wirkt gesamthaft irritierend.

Selfies kommen gut, das Bokeh ist bei meinen Haaren aber etwas künstlich abgeschnitten und die Blätter sind zu scharf für die Distanz.
Selfies kommen gut, das Bokeh ist bei meinen Haaren aber etwas künstlich abgeschnitten und die Blätter sind zu scharf für die Distanz.
Quelle: Michelle Brändle

Einen optischen Zoom gibt es nicht. Digital ist eine zehnfache Vergrösserung möglich, aber sinnlos. Der zweifache Zoom geht noch, schon vierfach sind aber zu viel: das Bild wird flach und die Kanten sind unscharf.

Ein zweifacher Zoom geht beim Flip 5 noch in Ordnung.
Ein zweifacher Zoom geht beim Flip 5 noch in Ordnung.
Quelle: Michelle Brändle
Ein vierfacher Zoom und höher bringt zu flache und unscharfe Bilder mit sich.
Ein vierfacher Zoom und höher bringt zu flache und unscharfe Bilder mit sich.
Quelle: Michelle Brändle

Software: souverän und flüssig, aber nicht ausdauernd

Das Samsung Galaxy Flip 5 kommt mit dem aktuellen Android 13 und Samsungs One UI 5. Android-Updates will Samsung für vier und Sicherheitspatches für fünf Jahre liefern. Das finde ich einen akzeptablen Zeitraum.

Nach den Spielereien und Möglichkeiten auf dem Aussendisplay, soll auch Gamen und Filme schauen mit dem Hauptdisplay gut vonstattengehen. Das AMOLED-Display zeigt zwar eine gute Qualität, der Falz in der Mitte stört aber vor allem bei Serien und Filmen auch beim frontalen Blick. Zudem klingen die Smartphone-Lautsprecher unterdurchschnittlich. Hier weiche ich liebend gern auf Kopfhörer aus.

Beim Netflixen stört mich der Falz in der Mitte. «One Piece» schaue ich wohl lieber woanders.
Beim Netflixen stört mich der Falz in der Mitte. «One Piece» schaue ich wohl lieber woanders.
Quelle: Michelle Brändle

Für die üblichen Verdächtigen meiner Smartphone-Games ist das Foldable parat. «Asphalt 9» und «Souls» laden und laufen schnell und flüssig. Für längere Sessions liegt das Flip leicht in der Hand. Allerdings hat eine grosszügige Kühlung in dem kleinen Flip keinen Platz. Spiele ich länger damit, wird das Foldable schnell warm und ist nicht mehr ganz so zügig unterwegs.

Fazit: besser, aber noch nicht ganz das Wahre

Samsung hat mit dem Galaxy Z Flip 5 einige Schwachstellen der Vorgänger ausgebessert. Das grosse Aussendisplay finde ich sehr gelungen. Endlich kann ich auf dem Display kurz eine Nachricht senden, das Wetter nachschauen oder den Musikplayer bedienen, ohne das Foldable öffnen zu müssen. Wasserschutz und ein bündiger Verschluss sind ebenfalls zwei starke Punkte. Übertrumpft wird das von der echt starken Performance durch den höher getakteten Chipsatz. Der Akku reicht immerhin knapp über den Tag.

Dennoch bin ich teilweise unzufrieden – hauptsächlich wegen des Falzes. Auch das Scharnier dürfte flüssiger laufen. Persönlich sind mir die Fotos etwas zu unnatürlich knallig und überschärft. Ausserdem wird das Flip 5 recht schnell heiss.

Meinen Favoriten hat das Samsung diesbezüglich nicht geschlagen und ich würde trotz schwächerer Performance eher auf das Oppo Find N2 Flip zurückgreifen. Hier ist die Bedienung angenehmer und der Falz stört mich nicht. Und du bekommst es schon für weniger als 900 Franken/ Euro. Perfekt ist leider keines der klappbaren Phones. Willst du dich der Foldable-Familie anschliessen, musst du dir also gut überlegen, zu welchen Kompromissen du bereit bist. Hast du Geduld, rate ich dir, mit dem Kauf zu warten, bis die Klapp-Smartphones sich noch weiter verbessern.

Titelfoto: Michelle Brändle

17 Personen gefällt dieser Artikel


Diese Beiträge könnten dich auch interessieren

  • Produkttest

    Samsung Galaxy Z Fold 6 im Test: als Leinwand, Dolmetscher und E-Reader

    von Michelle Brändle

  • Produkttest

    Honor Magic V3: Die Stärken klappen die Schwächen weg

    von Michelle Brändle

  • Produkttest

    Goldene Mittelklasse: Samsung Galaxy A54 im Test

    von Michelle Brändle

Kommentare

Avatar